UMWELTSCHUTZ GEHT UNS ALLE WAS AN

 

Von Sabine Koschorreck, Besitzerin Tatami GmbH

 

Mein ganzes Leben lang hat es mich begleitet: die schrittweise Zerstörung unser Lebensgrundlagen - durch Verschmutzung der Luft, Gewässer und Meere, durch Überfischung,  Abholzung, der zunehmende Hunger in den südlichen Ländern, während unsere Supermärkte überquellen und ständig neue Bedürfnisse geschafft werden.  Nun bin ich seit 10 Jahren Gastronomin und habe eindeutig auch einen Teil dazu beigetragen, dass der ökologische Fussabdruck nicht kleiner wurde. Mit einer Sushibar ist das kaum verwunderlich. Jetzt ist jedoch endlich Schluss damit. Mehr als 1000 kg Fisch pro Jahr - das ist zu viel. 

 

1974 war ich jung. „Grenzen des Wachstums“ hieß das Buch, das ich las. Die Nachricht von Ungerechtigkeiten, Gefahren für unsere Welt und die Existenz eines Ozonloches verursachten mir Alpträume. Ich konnte nicht schlafen und ich denke, vielen jungen Leuten geht es heute ähnlich oder noch schlimmer. 

 

Was? Unsere wunderbare Welt in Gefahr? Wieso ein Loch? Was heißt das? Verbrennen wir? Wieso „alles nicht endlich? “ Grenzen der Ressourcen, irgendwann zu Ende. Wieso Ungleichheit? Warum arm – warum reich? Ein ungleiches Gleichgewicht?  

 

Die Welt schien aus dem Gleichgewicht – die Ungleichheit schrie mir ins Gesicht – der Frieden war plötzlich ein Trugschluss. Dabei sah alles so friedlich aus: Die Stein-Häuser so solide, die Wiesen blühten, es gab Regeln, Ampeln, Schulen, Hausaufgaben, Mütter, Väter, Lachen, Normalität….  

 

Schon damals – vor mehr als 40 Jahren waren die Schlussfolgerungen des Club of Rome klar …“ Wir sind schließlich überzeugt, dass jeder vernünftige Versuch, einen dauerhaften Gleichgewichtszustand durch geplante Maßnahmen herbeizuführen, letztlich nur bei grundsätzlicher Änderung der Wert- und Zielvorstellungen des Einzelnen, der Völker und auf der Weltebene von Erfolg gekrönt sein wird...“

 

Da wurde Vernunft verlangt vor 40 Jahren. Das schien mir vernünftig. Da waren doch auch die Wissenschaftler.. Die würden das ja wohl hinkriegen. Es sind ja immerhin Wissenschaftler. Und die Politiker, die werden doch wohl auf sie hören. 

 

Nur wenige Jahre (1980) später kam mit Bericht GLOBAL 2000 die düstere Prognose, dass  für die Zeit bis 2000 ein Potential globaler Probleme von alarmierendem Ausmaß existiere.  Weltweite Veränderungen in der Politik seien erforderlich. Schon damals war klar, dass Dringlichkeit, Reichweite und Komplexität der Herausforderungen auf der ganzen Welt den notwendigen Anstrengungen nicht gerecht wurden. Eine Ära der globalen Zusammenarbeit und der gegenseitigen Verpflichtung wurde verlangt." Wieder die Vernunft.

 

Danach Treffen, Umweltgipfel, Klimakonferenzen – seit Rio de Janeiro 1992 die offizielle Anerkennung, dass Treibhausgase unsere Erde zerstören, WENN wir nicht SOFORT handeln.  ZEITNAH hieß es vor 25 Jahren .... sonst würde der Klimawandel natürliche Ökosysteme, Ernährungssicherheit und eine nachhaltige Wirtschaftsentwicklung ernsthaft bedrohen. Es folgten Kyoto 1997, Kopenhagen 2009, Cancun 2010, Paris 2015, Katowice 2018. Der letzte Stand lautet: Begrenzung der Erderwärmung auf unter zwei Grad, und zwar bindend für alle teilnehmenden Staaten.

 

Doch sie kamen und gingen. Die Berichte wie auch die jeweiligen Politiker und Wissenschaftler, angereist in ihren Jets … von weit her… Tausende… wahrscheinlich viele  mit guten Intentionen… doch viele Treibhausgase in die Luft geschossen. Und die Umsetzung?  Entgegen jede Vernunft soll der letzte Rest des Hambacher Forst gerodet werden, um Braunkohle abzubauen,  von der wir alle wissen, dass dieser Abbau klimaschädlich ist und demnächst ohnehin sein Ende findet. Wenn Regierungen gegen die Vernunft regieren und Firmen in ihrem Profitstreben unterschützen, auch wenn es gegen die eigenen Klimaziele verstößt, dann ist es nicht die Vernunft, die wir jetzt brauchen, sondern die Vernunft der Gier und des Profits einiger weniger - und richtet sich gegen alle anderen und gegen die Vernunft der Menschlichkeit.

 

Seit ich lebe wird die Umwelt zerstört – alles im Namen des Fortschritts, im Namen des Wachstums. Ich war bestimmt auch Teil des Ganzen, habe mit davon profitiert durch das Leben in einer reichen Industrienation. Ich war auch träge. Ich habe gehofft, dass es doch nicht so schlimm ist. Doch ich weiß schon lange, dass dem nicht so ist. Wir kennen die Geschichte und wir müssen handeln – wenn vielleicht auch nur im Privaten. Brauchen wir wirklich so viel? Müssen wir ständig wohin fliegen? Wieder was Neues kaufen? Auf der Autobahn rasen ? Was ist mit der Jugend, den Kindern, den Frauen weltweit!  Wir haben viele in die Hungersnot getrieben, sie ihrer Lebensgrundlagen beraubt, zu Flüchtlingen gemacht. Wer bewahrt die Welt für uns alle und die, die nach uns kommen, wenn nicht wir gemeinsam?Jetzt liegt es mehr denn je an uns.

 

Mein Beitrag liegt darin, dass ich 75 % unseres gesamten Fischbezugs durch den Verzicht von Sushi im Mühlenviertel reduziere. Es ist ein kleiner Beitrag zum Schutz der Meere. Zudem reduzieren wir die Produkte, die wir aus Übersee beziehen und kaufen mittlerweile die meisten Produkte lokal und regional ein. Lediglich bei den klassischen japanischen Zutaten hinken wir noch ein wenig hinterher. Beim Bezug von tierischen Produkten achten wir selbstverständlich auf Tierwohl. Wir bieten eine große Anzahl an veganen Gerichten und werden diese noch weiter erhöhen.  Es sind kleine Schritte, aber jeder Schritt zählt. 

 

Sabine Koschorreck

 

 

 

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